Donnerstag, 17. Januar 2019

Kleine Ergänzung zur "Ökonomie des Populismus": Zündfunk Generator bringt ein ausführliches Interview mit Philip Manow, in dem Stärken und Schwächen des Buches schön deutlich werden.

Dienstag, 15. Januar 2019

Anmerkungen zu Krisengeschichte, proletarischer Erfahrung und Automatisierung

In der aktuellen Ausgabe der OXI schreibe ich über die Kardinalfehler der aktuellen Automatisierungsdebatte. Einer davon: die angeblich so smarten, autonomen, intelligenten, kognitiven Geräte denken nicht.
Das Verhältnis von Autonomie und Fremdbestimmung, zwischen Lohnarbeit und Gerät ist komplex. Es darf nicht nach einer Seite hin vereindeutigt werden, wie es etwa Marx mit seiner unglücklichen Formulierung vom Arbeiter als einem »bloßen Anhängsel der Maschinerie« tat. Die Lohnarbeiter wenden Maschinen an, die gleichzeitig sie anwenden sollen. Sie müssen sie kontrollieren können – sonst ist ihre Arbeit überflüssig –, aber gleichzeitig werden sie (über die datenproduzierende Maschine) vom Management kontrolliert. Die Lohnarbeit ist das denkende Werkzeug, der autonome Diener des Kapitals, so wie es die Automaten versprechen. Roboter wären tatsächlich die besseren Arbeiter, wenn sie nur nicht so furchtbar dumm wären.
Die Anwendung des eigenen Verstandes im Arbeitsprozess gehört durchaus zur proletarischen Erfahrung. Allerdings auch das Gegenteil, weil Arbeiterinnen und Arbeitern brutal klar gemacht wird, wo, wann und zu welchem Zweck er oder sie zu denken hat. Diesen Widerspruch zu ertragen, ist vielleicht das schwerste. Nennen wir'S Entfremdung (Hilfsausdruck)

Das Heft lohnt sich insgesamt, schon wegen des wirklich schönen Layouts. Solltet ihr allerdings euch das wirklich nicht eisten können, empfehle ich die ungekürzte Version auf meiner Webseite.

Ist der Rechtspopulismus ein Rätsel?

"Kosmopoliten gegen Traditionalisten" - so erklärt sich Die Zeit den Schwenk nach rechts.
Wer wählt die AfD und warum?
Ich bespreche das neue Buch von Philip Manow "Die Politische Ökonomie des Populismus" für Andruck / Deutschlandfunk. Die Rezension ist eine Empfehlung mit Einschränkung, so wie das in dieser Sendung üblich ist.

Die Stärke von Manows Position wird am deutlichsten, wenn wir sie mit der Gegenposition kontrastieren - dem sozusagen kulturalistischen Ansatz. Sind es einfach kulturelle Verschiebungen, die dazu führen, dass ein wachsender Teil der Bevölkerung alles Fremde und Unbekannte ablehnt? Der Leipziger Soziologe Holger Lengfeld beispielsweise spricht von einer bloß kulturellen Bedrohung, die der AfD die Wähler zutreibe. Handfeste ökonomische Interessen spielen angeblich keine Rolle. Im Herbst des vergangenen Jahres veröffentlichte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung ein Papier von Martin Schröder mit dem bezeichnenden Titel: „AfD-Wähler sind nicht abgehängt, sondern ausländerfeindlich.“

Sonntag, 13. Januar 2019

Fun fact # 34: Migrationsgegner

In letzten Jahr wurden über 256 000 Menschen aus den USA abgeschoben. Die Zahl lag im Jahr 2012 mit 409 849 Abschiebungen deutlich höher. Insgesamt wurden während der Präsidentschaft Barack Obamas zwischen 2009 und 2015 etwa 2,5 Millionen Migrantinnen und Migranten abgeschoben - mehr als unter jedem anderen Präsidenten in der Geschichte der USA.

Quelle

Freitag, 4. Januar 2019

Gebt uns eure Daten, wir passen darauf auf

Keineswegs pikant, sondern ziemlich deftig ist das folgende Detail der Affäre um den jüngsten „Hackerangriff“: Der Twitter-Account, der die Daten schon seit Dezember verbreitet, wurde bereits vor Tagen der internen Inhaltskontrolle von Twitter gemeldet. Die erste Reaktion: keine Sperrung, sondern die Antwort, der Account verstoße nicht gegen die Nutzungsbedingungen.