Dienstag, 9. Juli 2024
Fun fact # 69: Berufliche Expertise
Montag, 13. Januar 2020
Gegen die salonbolschewistische Klimaleugnung
Und zwar nicht nur in Tansania oder Samoa. Die Klimakrise schädigt die Gesundheit der Bevölkerung, erhöht die Lebensmittelpreise, senkt das Wirtschaftswachstum. Und sie verschärft die sozialen Konflikte. Denn wer Geld hat, kann sich eine Klimaanlage leisten. Wenn die Versorgungsinfrastrukturen zusammenbrechen, kaufen sich die Reichen Wasser oder ein Notstromaggregat. Während der letzten Waldbrandsaison in Kalifornien, berichtet Naomi Klein, ließen manche Villenbesitzer ihr Anwesen von privaten Feuerwehrleuten schützen. Wie schnell die Atmosphäre sich weiter erwärmen wird, welche Muster ein instabiles Klima zeigen wird, das weiß kein Mensch. Klar ist allerdings: nichts wird bleiben, wie es ist.
Am Vorderende eines Feuerwehrschlauchs findest du keinen Klimaskeptiker mehr. Aber dort halten sich eben nicht alle auf. Auch in der Linken grassiert eine Art Salon-Klimaleugnung. Diesen Monat habe ich in der Konkret das linke Besserwissertum gegenüber Fridays for Future und Extinction Rebellion kritisiert und die Aussichten für einen grünen Kapitalismus eingeschätzt. Weil ich zu diesem Text ein paar Nachfragen bekommen habe, veröffentliche ich auf meiner Internetseite eine leicht veränderte und ausführlichere Version.
Mittwoch, 21. August 2013
The Anti-German Realpolitik
Dienstag, 5. Februar 2013
"Nicht so schnell!" ruft die Wirklichkeit ...
In der Konkret empfielt Peter Kusenberg Zero Dark Thirty, und das ist sein gutes Filmkritikerrecht, weil man über Geschmack nicht streiten soll. Nur bei Tatsachenbehauptungen, da sollte er sich doch zurückhalten.
»Zero Dark Thirty« (basiert) auf Fakten. … Bigelow (hielt sich) an die Recherchen des unabhängigen Journalisten Mark Boal, der für das Drehbuch verantwortlich ist ...Kling gut. Nur war der „unabhängige Journalist Mark Boal“ während des Irakkrieges bei der US-Armee „eingebettet“. Seine Recherchen bestanden darin, dass ihm Militär- und CIA-Angehörige exklusiv Interviews gaben, die Boal dann offenbar ungeprüft übernommen hat. Dazu gehört die innenpolitisch brisante Frage, ob Aussagen aus Folterverhören zur Exekution Bin Ladens beigetragen haben (und damit, ob die Folterpraxis effektiv ist). Wahrscheinlich hat sich die CIA das Recht vorbehalten, dass Drehbuch vor der Produktion zu prüfen.
Wovon sich auch jeder überzeugen kann, der eine amerikanische Zeitung aufschlägt. Aber wen kümmern Fakten im Mikrokosmos der Konkret-Kritiker? Und das scheint mir, leider, ganz typisch für Publizisten wie Kunstreich, Quadfasel oder eben Kusenberg zu sein.
Dienstag, 27. November 2012
Götz Aly zweifelt: Geht „marktkonforme Demokratie“ überhaupt?
Pusteblume.
Stattdessen schilt Aly die breite Masse der "Gerechtigkeitsfreunde" als naiv beziehunsweise heuchlerisch. Er gießt Hohn und Spott aus über ihren naiven Wunsch nach Anführungszeichen Gerechtigkeit Anführungszeichen.
Merke: Arbeiter und Bauern, kleine Angestellte und Verbraucher verhalten sich niemals ungerecht; sie sind stets Opfer von Ungerechtigkeit! Und nun singen wir mit anschwellender Stimme im Chor: Uhuhungeheherähäähächt!Geschliffene Polemik klingt übrigens anderes.
Nur nicht an die eigene Kraft, an selbstbestimmte unternehmerische Lust und Leistung glauben! Schrecklich, wenn jemand ohne Geld von Vater Staat eine Idee entwickeln würde.Also los, ihr Jammerlappen und in der Krise Verarmten! Strengt mal euer bißchen Grips an, und dann rein ins Getümmel! Die Kanzlerin sprach ja kürzlich von der Notwendigkeit einer marktkonformen Demokratie. Die ist nötig, weiß auch der Kolumnist, aber ob die Europäer dazu überhaupt fähig sind, ist nicht klar.
Um ihre ökonomischen Grundlagen zu erhalten, müssen die Europäer aufhören, mehr Geld auszugeben als sie einnehmen. Sie müssen zeigen, dass Demokratien zu tiefgreifenden Strukturreformen fähig sind, zu solchen, die der Mehrheit oder großen Teilgruppen der Wahlberechtigten viel abverlangen.Bestanden noch Zweifel, dass Alys Kritik der deutschen völkisch-nationalistischen Gemeinschaftsideologie der vergangenen Jahre von nichts anderem motiviert war als von seinem Hass auf sozialstaatliche Umverteilung? Die sind jetzt ausgeräumt.
Samstag, 1. September 2012
So wie du rumläufst – was soll das eigentlich sein?Dies nicht herausfordernd, sondern eher neugierig. Ich hätte versuchen sollen, ihm die vielen subkulturellen Versatzstücke zu erklären, die ich am Leibe trug. Oder wenigstens, was sie mir bedeuteten. Stattdessen murmelte ich "Ach, leck mich doch ...", denn das war in der Regel die beste Antwort, wenn man in Ludwigshafen von Unbekannten angesprochen wurde. Allerdings sagte ich es ziemlich leise, denn das war in der Regel die richtige Lautstärke, um nicht auf die Mütze zu kriegen.
Aber der Kollege wollte mir ja gar nichts tun. Er verstand einfach nicht, was ich meiner Mitwelt sagen wollte mit meinen Ansteckern, bemalten Halbschuhen und komischen Frisur. Für ihn passte das alles nicht zusammen.
Nach der Lektüre von Magnus Klaues Konkret-Artikel geht es mir wie ihm. Darin geht es, so viel habe ich verstanden, um das Wohnen zur Miete und den Hass auf Touristen, der angeblich in Berlin grassiert. Der Text besteht aus kulturhistorischen Versatzstücken, aus der Kolportage von Gerüchten aus der linken Szene und Klischees über die "alternative Lebenswelt". Der Mieter sei ein Bürger und zahlt fürs Dach überm Kopf, was ein Versprechen auf Befreiung sein soll. Aber das geht offenbar schief, und der Bürger-Mieter geht sich und den anderen Menschen immer mehr auf die Nerven. Über das Kreuzberger Milieu schreibt Klaue so, wie ich über, sagen wir mal: französische Investment-Banker schreiben würde. Ich habe keine Ahnung, wie die leben und ticken.
Aber Klaue zitiert grazil und aus dem Zusammenhang, erklärt im Vorübergehen den Arbeitskreis Kritische Geographie zu Volldeppen, um schließlich zum Ergebnis zu kommen, sowohl der Touristenhass, als auch die Kritik am Touristenhass seien irgendwie Ausdruck derselben Misere. Und all das (und mehr) gipfelt in der folgenden Fanfare:
Erst wenn die Einwohner der Alternativkieze erkennen, daß ihr eingebildeter Kosmopolitismus nur Multikulturalismus war, wenn sie sich also entscheiden, endlich bei sich selber auszuziehen, um bei sich selber anzukommen, wo immer das auch sei, könnten auch die Kreuzberger einmal zu Menschen werden. Es wird noch lange dauern.Der Kreuzberger als Halb-Mensch, dabei aber humanistisches Pathos und Adorno-Jargon bis zum Abwinken – was soll das eigentlich sein?
Donnerstag, 10. September 2009
Es geht um die richtige Form des Gedenkens, um Anerkennung, in manchen Fällen sicher auch um Entschädigung für oder wenigstens nachträgliche Entlohnung von Zwangsarbeitern und Kolonialsoldaten. Vielmehr: Es ginge darum, wenn nicht Ebénés Vorgehen zu einem erinnerungspolitischen Streit auf niedrigstem Niveau geführt hätte. Während Rössel und Kollegen nun von der einen Seite als „Kolonialrassisten“ beschimpft werden, mobilisiert ihre Ausstellung heftige Ressentiments bei solchen, die es für „Gutmenschentum“ halten, über Rassismus und Kolonialismus zu sprechen und deren Opfer zu würdigen.
Taugt der Streit - wenn man die Anfeindungen zwischen "Ausstellungs-Gegnern" (die die Ausstellung nicht kennen) und "Ausstellungs-Befürwortern" (die sie auch nicht kennen) denn so nennen will - auch nicht als Anlass, taugt er doch als Vorwand, um meiner lang verschluckten Frustration über die Bewegugslinke Ausdruck zu geben: Was, frage ich, was ist das für eine Linke, in der
Ich bin die Einzige, die biografische Bezüge zu dem Thema Kolonialisierung hat.als Argument gilt? Hier Antirassisten, da Antideutsche, die ihre jeweiligen adoptierten Opfer in Stellung bringen und die Leichenberge, die Faschismus und Kolonialismus aufgehäuft haben, wie einen home turf verteidigen.
Samstag, 5. September 2009
Der Streit um Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg hat ziemlich schnell einen derartigen Hitzegrad erreicht, dass sein eigentlicher Gegenstand weitgehend geschmolzen ist.
Meine Ausstellungs- und Debattenkritik steht im Netz, samt eines schüchternen Ordnungsrufs.
Montag, 22. Dezember 2008
Seminaristenprosa
In einer abschließenden Betrachtung des Materials bemüht sich Paxton, das Referierte trotz seiner Heterogenität auf eine Formel zu bringen, welche die Differenziertheit der Gesamtstudie zu wahren vermag.Ach, lieber doch nicht ...
Mittwoch, 5. März 2008
Alle verblendet außer Mutti
Montag, 28. Januar 2008
Götz Aly erklärt 1968
das analytisch schwache, blumige und gelegentlich sündenstolze Erzählen über eine wilde Jugend.
Schön und gut und richtig, nur seine eigene Banalyse ist doch zu schlicht:
Statt die familiäre Auseinandersetzung zu führen, stellten sie lieber das "System" in Frage. Anstatt sich mit den allgegenwärtigen Spuren des Nationalsozialismus zu beschäftigen
"zu beschäftigen" - nicht: die Grundlage des Nationalsozialismus abzuschaffen
erklärten sie die liberal-demokratische Bundesrepublik
die liberal-demokratische Bundesrepublik der Globkes und Kissingers
für "faschistisch".
So also war das 1968 mit den Jungen und Mädchen in Berlin, in Prag, Mexiko-City, Chicago und Shanghai.
Donnerstag, 13. Dezember 2007
Geduldiges Anprangern - "Fetisch und Freiheit" von Stephan Grigat
Eine Rezension folgt, vorerst nur soviel: In seiner Einleitung charakterisiert Grigat materialistische Kritik
mit den Fragen „Was ist?“, „Was könnte auf Grund dessen sein?“, „Warum ist das Mögliche nicht wirklich?“ und „Wie kann es dennoch wirklich werden?“.
Auch wenn wir die Gesellschaftsanalyse mit Hilfe des Generalschlüssels Fetischismus großzügig als Beitrag zur Beantwortung der ersten dieser Fragen werten, bleiben die anderen sperrangelweit offen.
Donnerstag, 15. November 2007
"Ach, deutscher kann doch niemand sein"
Auch die 'Antideutschen' sind da und melden sich höflich zu Wort ... Antideutsch? Ach, deutscher kann ja kein Jüngling sein als dieser verträumte Blondschopf, auch nicht deutscher im international berüchtigten Sinn des Wortes: weltfremd eifernd.



