Freitag, 19. Februar 2010

Das liberale Deutschland bläst zum Angriff

Gestern die neue Zeit im Briefkasten, was werden sie aus Westerwelles Hetz- und Brandreden machen? Der Tenor des Leitartikels von Di Lorenzo, die
Tiraden
des Vizekanzler und Kindergarten-Polemikers
überschatten die Frage, ob und von wem die Grundsicherung in Deutschland missbraucht wird.
Westerwelle habe nämlich irgendwie schon recht, meint Di Lorenzo, der "Sozialleistungs-Betrug" sei weit verbreit - man müsste einmal herausfinden, wie weit - und Hartz IV
verleitet eher noch stärker als früher die Langzeitarbeitslosen ... sich in der Staatshilfe einzurichten

Josef Joffe wühlt in seinem Kommentar im selben Dreck:
Nicht-Arbeit (wird) zum Lifestyle, der "vererbt" wird
Ach Amerika, du hast es besser:
Der Kreislauf der Abhängigkeit kann durchbrochen werden, wie Bill Clintons doppelgleisige Wohlfahrtsreform von 1996 zeigt: Der Anspruch auf lebenslange Sozialhilfe wurde auf fünf Jahre gekürzt (sic!), Väter wurden rigoros zum Unterhalt gezwungen. Andererseits gabe es eine Fülle von Arbeitsanreizen ... In den folgenden zehn Jahren sank die Zahl (der Sozialhilfeempfänger) von 12.2 Millionen auf 4,5 Millionen
andererseits, das vergisst Joffe zu erwähnen, werden Millionen Menschen mit food stamps am Leben und im Elend gehalten.

Es geht also bei der Kritik an Westerwelle um Formfragen. So wie das Bundesverfassungsgericht verurteilt, dass die Regierung ihr Hartz-Verarmungsprogramm schlecht begründet hat, soll sich Westerwelle nur im Ton vergriffen haben. Lesen wir im Kaffeesatz - wie wird es weiter gehen? Nach, Zitat Di Lorenzo,
ruhiger und kenntnisreicher Prüfung
die aber auch eine
unerschrockene Prüfung der sozialen Netze
sein wird, werden die Regelsätze der Erwerbslosen gekürzt werden (sofern nicht eine Preisinflation das ohnehin überflüssig macht). Unaufgeregt und ohne Polemik. Oh, du ringsherum dicht vernagelte Edelfeder-Journaille!

Samstag, 13. Februar 2010

Vielleicht sollte ich diese Rubrik doch umbenennen, nämlich in: "Gründe, WEB.DE zu lieben". Die hingeschmierten Schlagzeilen, mit denen die Online-Redaktion noch den Verstand des dümmsten Lesers unterfordern will, sind schließlich lustig, irgendwie.



Surreal. Aber was machen die Politiker in den Lagern? Die Arbeitslosen besuchen, die sich spätrömischer Dekadenz hingegeben haben?

Freitag, 12. Februar 2010


"Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein."

Samstag, 6. Februar 2010




Montag, 25. Januar 2010

"Aus anthropologischer Sicht nichts anderes als Regenzauber"

Mein Interview mit dem Psychologen Stefan Strohschneider über das deutsche Sicherheitsforschungsprogramm, Terahertz-Scanner und das Paradox der Sicherheitswahrnehmung ist bei Telepolis erschienen.
Jede neue Sicherheitsmaßnahme wird wahrgenommen und freudig begrüßt, aber die Menschen gewöhnen sich sehr schnell an solche Veränderungen und der Effekt verraucht, wie wir aus der Arbeits- und Organisationspsychologie sehr genau wissen. Wir sprechen in der Forschung vom "Paradox der Sicherheitswahrnehmung": Je objektiv sicherer eine Gesellschaft ist, je geringer die tatsächliche statistische Schadenseintrittswahrscheinlichkeit, desto größer ist in der Regel die subjektive Unsicherheit.

Sonntag, 17. Januar 2010

Dishwasher

Seit kurzem gibt es ein "Magazin für studiererende Arbeiterkinder" (hallo!). Die erste Ausgabe von Dishwasher beschäftigt mit der Kampagne gegen die Gemeinschaftsschule in Hamburg, dem Elterngeld als "sozialeugenische Maßnahme" und der Elitenreproduktion an der Uni. Interessant.

Mittwoch, 13. Januar 2010

Montag, 4. Januar 2010