Dienstag, 18. September 2012
Freitag, 14. September 2012
"Die Kassenärzte jammern auf sehr hohem Niveau"
Mein Interview mit Wulf Dietrich, dem Vorsitzenden des Vereins Demokratischer Ärztinnen und Ärzte" (VDÄÄ) ist bei Telepolis abrufbar. Er spricht über Bedarfsplanung im Gesundheitssystem, verfehlte Protestaktionen der nierdergelassenen Ärzte und das kommende Krankenhaussterben.
Wulf Dietrich: Die Fehl- und Überversorgung ist das Ergebnis davon, dass die medizinische Versorgung rein finanziell gesteuert ist. Wir haben in München einfach zu viele niedergelassene Ärzte. Viele von ihnen haben am Anfang hohe Schulden und müssen zusehen, dass sie ihre Ausgaben wieder rein bekommen. Wer 100.000 Euro oder mehr in die Kassenärztliche Zulassung, die Praxis und Geräte investiert, muss diese Geräte auch einsetzen, damit sie sich amortisieren. Es wäre viel vernünftiger, kleinräumig eine Bedarfssteuerung einzuführen: Wie viele Herzkathederplätze brauchen wir wirklich?
Donnerstag, 13. September 2012
Warum hungern wieder mehr Menschen?
Was sind die Ursachen der Nahrungsmittelkrisen? Wie hängen 'land-grab' und 'peak soil' zusammen? Welche Rolle spielt die Spekulation mit Rohstoffen und Grundnahrungsmitteln?
Professor Philip McMichae erklärt die Verwerfungen in der globalen Nahrungsmittelproduktion unter anderem daraus, dass unser Agrarsystem auf dem Raubbau fossiler Energiequellen beruhte. Seine Darstellung ist vielleicht etwas schematisch, aber verdienstvoll, schleißlich spricht kaum jemand über diese Zusammenhänge.
Mittwoch, 5. September 2012
Etwa 40 der 140 Bandenmitglieder des neonazistischen "Thüringer Heimatschutzes" waren also laut Thüringer Allgemeinen Informanten des Bundesnachrichtendienstes, der Verfassungsschutzämter, des Miliärischen Abschirmdienst. Nach bisheriger Zählung. Die ist ja bekanntlich noch nicht vorbei.
Mal eben bruchrechnen.
Ergebnis: Fünf von sieben Nazis ließen sich ihr Nazitreiben nicht von Staat bezahlen.
Dienstag, 4. September 2012
"Die letzten Gemeingüter dieses Planeten verschwinden"
Ein Interview von mir mit dem englischen Autor Fred Pearce über 'land grabbing', die Vorurteile von Naturschützern und die Rettung unseres Planeten durch Kleinbauern ist gerade bei Telepolis erschienen:
Das sogenannte land grabbing gab es bereits vor 2007, aber seitdem hat es neue Ausmaße erreicht. Einen Eindruck von den Dimensionen dieser Umverteilung vermittelt die Internetseite Landmatrix, die unter anderem von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) betrieben wird. Schätzungen reichen von 56 bis zu 80 Millionen Hektar in den Jahren 2008 bis 2010. Der überwiegende Teil davon liegt in Afrika südlich der Sahara. Die Dunkelziffer ist groß, weil viele Verträge vertraulich behandelt werden. Sicher ist, dass es sich um einen wichtigen und stärker werdenden Trend handelt. Als der Südsudan souverän wurde, hatte er bereits neun Prozent seines Territoriums an ausländische Investoren verkauft oder verpachtet.
Sonntag, 2. September 2012
Samstag, 1. September 2012
Ich war noch jung damals und in Geschmack und Haltung keineswegs gefestigt, als ich an der Straßenbahnhaltestelle von einem Zwanzigjährigen mit Baseball-Kappe und Schnurrbart erst ausgiebig beäugt und dann im breiten Dialekt meiner Heimatstadt angesprochen wurde. Er stellte eine mir seitdem unvergessliche Frage.
Aber der Kollege wollte mir ja gar nichts tun. Er verstand einfach nicht, was ich meiner Mitwelt sagen wollte mit meinen Ansteckern, bemalten Halbschuhen und komischen Frisur. Für ihn passte das alles nicht zusammen.
Nach der Lektüre von Magnus Klaues Konkret-Artikel geht es mir wie ihm. Darin geht es, so viel habe ich verstanden, um das Wohnen zur Miete und den Hass auf Touristen, der angeblich in Berlin grassiert. Der Text besteht aus kulturhistorischen Versatzstücken, aus der Kolportage von Gerüchten aus der linken Szene und Klischees über die "alternative Lebenswelt". Der Mieter sei ein Bürger und zahlt fürs Dach überm Kopf, was ein Versprechen auf Befreiung sein soll. Aber das geht offenbar schief, und der Bürger-Mieter geht sich und den anderen Menschen immer mehr auf die Nerven. Über das Kreuzberger Milieu schreibt Klaue so, wie ich über, sagen wir mal: französische Investment-Banker schreiben würde. Ich habe keine Ahnung, wie die leben und ticken.
Aber Klaue zitiert grazil und aus dem Zusammenhang, erklärt im Vorübergehen den Arbeitskreis Kritische Geographie zu Volldeppen, um schließlich zum Ergebnis zu kommen, sowohl der Touristenhass, als auch die Kritik am Touristenhass seien irgendwie Ausdruck derselben Misere. Und all das (und mehr) gipfelt in der folgenden Fanfare:
So wie du rumläufst – was soll das eigentlich sein?Dies nicht herausfordernd, sondern eher neugierig. Ich hätte versuchen sollen, ihm die vielen subkulturellen Versatzstücke zu erklären, die ich am Leibe trug. Oder wenigstens, was sie mir bedeuteten. Stattdessen murmelte ich "Ach, leck mich doch ...", denn das war in der Regel die beste Antwort, wenn man in Ludwigshafen von Unbekannten angesprochen wurde. Allerdings sagte ich es ziemlich leise, denn das war in der Regel die richtige Lautstärke, um nicht auf die Mütze zu kriegen.
Aber der Kollege wollte mir ja gar nichts tun. Er verstand einfach nicht, was ich meiner Mitwelt sagen wollte mit meinen Ansteckern, bemalten Halbschuhen und komischen Frisur. Für ihn passte das alles nicht zusammen.
Nach der Lektüre von Magnus Klaues Konkret-Artikel geht es mir wie ihm. Darin geht es, so viel habe ich verstanden, um das Wohnen zur Miete und den Hass auf Touristen, der angeblich in Berlin grassiert. Der Text besteht aus kulturhistorischen Versatzstücken, aus der Kolportage von Gerüchten aus der linken Szene und Klischees über die "alternative Lebenswelt". Der Mieter sei ein Bürger und zahlt fürs Dach überm Kopf, was ein Versprechen auf Befreiung sein soll. Aber das geht offenbar schief, und der Bürger-Mieter geht sich und den anderen Menschen immer mehr auf die Nerven. Über das Kreuzberger Milieu schreibt Klaue so, wie ich über, sagen wir mal: französische Investment-Banker schreiben würde. Ich habe keine Ahnung, wie die leben und ticken.
Aber Klaue zitiert grazil und aus dem Zusammenhang, erklärt im Vorübergehen den Arbeitskreis Kritische Geographie zu Volldeppen, um schließlich zum Ergebnis zu kommen, sowohl der Touristenhass, als auch die Kritik am Touristenhass seien irgendwie Ausdruck derselben Misere. Und all das (und mehr) gipfelt in der folgenden Fanfare:
Erst wenn die Einwohner der Alternativkieze erkennen, daß ihr eingebildeter Kosmopolitismus nur Multikulturalismus war, wenn sie sich also entscheiden, endlich bei sich selber auszuziehen, um bei sich selber anzukommen, wo immer das auch sei, könnten auch die Kreuzberger einmal zu Menschen werden. Es wird noch lange dauern.Der Kreuzberger als Halb-Mensch, dabei aber humanistisches Pathos und Adorno-Jargon bis zum Abwinken – was soll das eigentlich sein?
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